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Das Rätsel - John Katzenbach

Genre: Psychothriller

Seitenanzahl: 679

 

Kurzbeschreibung:

„Jeffrey Clayton, ein Psychologieprofessor, der auf das Profiling von Serienkillern spezialisiert ist, wird von der Polizei beauftragt, den grausamen Mord an einer jungen Frau aufzuklären. Dieser Mord ist ein Geheimnis – denn er hat sich ausgerechnet in einem streng bewachten Gebiet ereignet, das seinen wohlhabenden Bewohnern absolute Sicherheit verspricht. Das Verbrechen, das es eigentlich nicht geben darf, führt Clayton auf verschlungenen Pfaden zurück in seine eigene, dunkle Familiengeschichte. Der Mord ähnelt einer Tat aus Jeffreys Nachbarschaft, die 25 Jahre zurückliegt. Damals zählte sein eigener Vater zu den Verdächtigen – bis er kurz darauf auf mysteriöse Weise ums Leben kam…“

Jeffrey Clayton, der von seinen Studenten durch sein unendliches Wissen über Serienmörder und Psychopaten jeglicher Art auch Professor Tod genannt wird, bekommt Besuch: Ein Agent des einundfünfzigsten Bundesstaats, einem noch nicht anerkannten, jungen Staat im Westen der USA, der seinen Bewohnern gegen die Aufgabe ihrer Privatsphäre absolute Sicherheit verspricht, aufgesucht. Agent Martin braucht die Hilfe und das Wissen des Professors, bei einem Mord, der eben in diesem zu hundert Prozent sicheren Staat geschehen ist – einem Verbrechen, das nicht existieren dürfte. Aber erst, nachdem sein eigener Vater in den Fallakten auftaucht, willigt Clayton ein. Während der Professor, erschwert durch die Geheimhaltung des Verbrechens, die Ermittlungen aufnimmt, werden seine Schwester und Mutter, die in Florida wohnen, von einem Fremden beschattet, der schließlich mit Susan Clayton, Jeffrey Claytons Schwester, über Rätsel Kontakt aufnimmt – Rätsel, die die beiden Frauen zusehends verunsichern. Jeffrey Clayton entdeckt schließlich eine Verbindung dieser Verbrechen zu seiner gesamten Familie und entdeckt, in welcher Gefahr seine Mutter, seine Schwester und er selbst schweben.

 

Stil:

In einem einfachen Stil geschrieben ist besonders auffällig die beiläufige aber dennoch erstaunlich präzise Beschreibung der jeweiligen Umgebung. Diese wird nicht wie in anderen Werken übertrieben ausgedehnt, sondern, kurz gehalten und dennoch ausführlich genug, damit der Leser sich genau in die Situation hinein versetzen kann. Ebenso die Charaktere werden äußerlich gut beschrieben, bei der Charakterbeschreibung schwächelt das Buch jedoch sehr. Was auffällt, ist, dass die noch recht jungen Charaktere Jeffrey und Susan Clayton, sehr ernst und erwachsen klingen und handeln, was einerseits an den Charakteren selbst liegen könnte (was aber recht unwahrscheinlich ist) oder aber daran, dass der Autor es verpasst hat, sich in die Sprach- und Denkweise seiner Charaktere hineinzuversetzen.

 

Kritik:

Psychothriller heißt für mich: Spannend und absolut nervenraubend. Dieses Buch jedoch war nur ein leichtes Dahingeplätscher kurzer Schockmomente oder nicht ganz humaner Ansichten gemischt mit einem NSA-ähnlichen Spionagethema. Die Charaktere sind vielversprechend, jedoch nicht richtig ausgearbeitet und der einzige Charakter, von dem man diese Perfektion am Ende noch erwartet beziehungsweise sogar erhofft, erlebt dieses Ende gar nicht mehr. Es werden Orte und Situationen geschildert, die für das gesamte Geschehen absolut unwichtig sind und gleichzeitig wichtige Situationen so stark verkürzt, dass man sie teilweise nicht versteht. Das ganze Buch hat tatsächlich nur eine wirklich spannende Stelle zu bieten, die jedoch mit der tatsächlichen Handlung überhaupt nichts gemein hat und vermutlich auch nur für solche Angsthasen wie mich einen absoluten Schrecken darstellt – der einzige Tipp den ich gebe: Angelausflug! Die frühe Enttarnung des Mörders trägt auch nicht gerade zu einer erhöhten Spannung bei, da hilft auch nicht, dass der Mörder gekonnt weiterhin im Verborgenen bleibt und die Hauptcharaktere zwingt, ihn zu jagen wie ein Tier.

Der vielversprechende Ansatz der Spionage und Aufgabe jeglicher Privatsphäre in dem neuen Bundesstaat bietet viel Potenzial und politischen Zündstoff, werden jedoch ebenso wie die Charaktere unvollendet gelassen und in einem lieblosen Ende bleibt die Entwicklung dieses Staates doch offen und wird seinem Schicksal überlassen.

 

Fazit:

Empfehlen würde ich dieses Buch wirklich nur Leuten mit absolut schwachen Nerven oder jenen, die eigentlich einen Krimi oder einen normalen Roman suchen, sich aber mal etwas anderes vornehmen wollen. Fans von Thrillern, Psychothrillern und teils sogar Krimis würde ich jedoch nicht raten, sich dieses Buch anzutun – bei dem man auf Seite 550 von 679 noch immer denkt, ob es nicht allmählich mal losgehen kann. Mir tut dieses ernüchternde Urteil sehr leid, aber meine Erwartung von einem Psychothriller sieht nun einmal anders aus!

 

 

21.6.14 10:12


Mieses Karma - David Safier

Genre: Roman

Seiten: 283

 

„Nichts hat sich Moderatorin Kim Lange mehr gewünscht, als den Deutschen Fernsehpreis. Nun hält sie ihn triumphierend in den Händen. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen wird.

Im Jenseits erfährt Kim, dass sie in ihrem Leben sehr viel mieses Karma gesammelt hat. Die Rechnung folgt prompt. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, mit sechs Beinen, Fühlern und einem wirklich dicken Po: Sie ist eine Ameise! Aber Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schlappen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Was tun? Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärtsgeht!“

Kim Lange ist eine bekannte deutsche Fernsehmoderatorin, die zur Verleihung des Deutschen Filmpreises eingeladen wird. Diese fällt ausgerechnet auf den Geburtstag ihrer kleinen Tochter Lilly, mit der sie ohnehin viel zu wenig Zeit verbring. Nun, was da wohl Vorrang hat ist klar und prompt bestellt sich Kim ihr extra für sie angefertigtes Kleid ins Hotel und will sich für die Verleihung des begehrten Preises ankleiden – es läuft jedoch alles schief. Und der Höhepunkt dieses absolut miesen Tages ist ihr Tod.

Kim, die nicht gläubig ist, landet somit auch nicht bei Jesus oder Mohammed, sondern bei Buddha, der ihr erklärt, dass sie in ihrem Leben wohl nicht wirklich gut gewesen war. Der Preis dafür ist eine niedrige Inkarnationsstufe, eine Ameise. Und so sehr Kim ihre neue Gestalt und Aufgabe auch hasst, so trifft sie immerhin eine weitere wiedergeborene Ameise, den berühmten Schwerenöter Casanova. Gemeinsam schmieden die beiden einen Plan, auf der Karmaleiter so schnell wie möglich nach oben zu kommen – Kim, weil sie auf keinen Fall ihrer ehemaligen Freundin und späteren Feindin Nina ihren Mann Alex überlassen will, von dem sie sich vor ihrem Tod nicht einmal sicher war, ob sie ihn noch liebte. Und Casanova, weil sich der Frauenheld gerade in ebendiese „Freindin“ seiner neuen Vertrauten verliebt hat. Und aus diesen nicht ganz unegoistischen Motiven gutes zu vollbringen, bringt beide nicht so schnell an ihr Ziel, wie sie gehofft hatten.

 

Stil:

David Safier bedient sich in diesem Buch der Ich-Perspektive, Kim Lange erzählt selbst von ihren vielen Leben, während sie nach ihrer ehemaligen großen Liebe Alex strebt und ihrer kleinen Tochter strebt. Eine einfach Sprache und somit leicht und fast in einem durch lesbar, jedoch ebenso traurig und nachdenklich. Kaum Metaphern oder andere Sprachbilder, dafür aber recht klare Ausdrucksweisen.

 

Kritik:

Sehr gut finde ich, dass man sich durch die Erzählung aus der Ich-Perspektive hervorragend in die Protagonistin hineinversetzen kann – und, dass der Autor, der immerhin ein Mann ist, das konnte. Komplexes Frauendenken, wenn auch manchmal etwas mit Klischees vermischt. Kim Lange erregt in dem Leser eine bunte Mischung aus Gefühlen – von Neid über Unverständnis und Mitleid ist alles dabei. Und die rührende Geschichte von einer Mutter, die alles tut, um endlich wieder ihrer Tochter nahe zu sein und dabei auch noch erkennt, dass sie für ihren Mann, den sie kaum mehr kennt, vielleicht doch noch mehr empfindet, ist zwar alt, aber dennoch immer noch süß. In dieser neuen Form, in der die Mutter ohne das Wissen ihrer Tochter kämpfen muss, ist es sogar noch ein kleines bisschen schöner.

Sehr schön zu sehen ist auch die Entwicklung von Kims Charakter, je weiter sie sich die Karmaleiter hinaufarbeitet sowie die Treffen und Pakte mit Casanova. Hier liegt allerdings auch der Kritikpunkt: Für einen Frauenhelden, der einige Jahrhunderte tot ist und seitdem nicht mehr unter Menschen lebte, weiß Casanova viel zu viel von der neuen Welt, kennt Worte und Wörter, die es damals ziemlich sicher noch nicht gab. Und redet deutsch! Ich meine, klar, das hilft dem Plot, aber trotzdem lässt es diese doch so einfallsreiche Figur wenig authentisch wirken. Sehr schade!

 

Fazit:

Auf jeden Fall ein Buch, dass einen zum Nachdenken anregt und einem zeigt, was wirklich wichtig ist. Keine hohe Literatur, aber ganz schön für einen oder mehrere sonnige Nachmittage auf der Wiese.

 

 

13.6.14 07:38


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